Vom 7. bis 9. Oktober 2024 findet an der Universität Szczecin eine internationale wissenschaftliche Konferenz im Format eines Humboldt-Kollegs zum Thema „Herausforderungen der Rechtsvergleichung im 21. Jahrhundert“ stastt. Das Projekt wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung und der Deutsch-Polnisch Wissenschaftsstiftung unterstützt und unter der Schirmherrschaft der Polnischen Alumnivereinigung der Alexander von Humboldt-Stiftung – Societas Humboldtiana Polonorum – organisiert.
Die Rechtsvergleichung ist heute ein wichtiger Bestandteil von Wissenschaft und Gesetzgebung. Trotz der Bemühungen um eine Harmonisierung ist der Anspruch der Rechtsvergleichung, ein „droit commun de l’humanité“ schaffen zu können, bis heute allenfalls in Teilen erfüllt worden. Erwähnenswert sind etwa die Anstrengungen zur Harmonisierung der rechtlichen Regelungen innerhalb der Europäischen Union. Sie sind jedoch begrenzt und nur in bestimmten Rechtsbereichen möglich. Angesichts der offensichtlichen Tendenzen zur Re-Nationalisierung der Rechtssysteme ist sogar eine zunehmende Marginalisierung der Bedeutung der Rechtsvergleichung zu beobachten. Eines der Symbole für dieses Phänomen ist der Brexit. Gleichzeitig lassen sich viele Veränderungen im methodischen Ansatz selbst feststellen. Während in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Rechtsvergleichung von der funktionalen Methode dominiert wurde, gehen neuere Strömungen stärker auf empirische Gegebenheiten ein, kontextualisieren Regelungsansätze im Rahmen der komparativen Gegenüberstellung oder gehen beim Vergleich von konkreten Lebenssachverhalten aus. Gleichfalls haben postmoderne Ansätze Zugang in die Rechtsvergleichung erhalten und man bemüht sich um deren Dekolonisierung. Diese Vielfalt ist oft nur noch für Spezialisten verständlich, und so scheint es an der Zeit, sich um eine Refragmentierung der Rechtsvergleichung zu bemühen. Hierzu möchte das Humboldt-Kolleg einen Beitrag leisten.
Das Hauptthema der Konferenz ist eine breit verstandene Rechtsvergleichung. Die verschiedenen Panels ermöglichen eine wissenschaftliche Diskussion über verschiedene Aspekte dieses Themas. Diese internationale wissenschaftliche Veranstaltung ermöglicht einen globalen Gedankenaustausch. Nachwuchswissenschaftler haben die Möglichkeit, wissenschaftliche Kontakte zu knüpfen. Wissenschaftler aus der ganzen Welt, die sich auf Rechtsvergleichung spezialisiert haben, werden nach Szczecin kommen. Einige von ihnen, unter anderem aus Deutschland, Georgien, Peru, Südafrika, der Schweiz, den Vereinigten Staaten, Italien, Slowenien, China, Portugal, Namibia und Japan, haben ihre Teilnahme bereits bestätigt.
Die Konferenz wird mitveranstaltet von der Universität Szczecin, der Europa-Universität Viadrina und der Universität Konstanz, der Heimatuniversitäten der Initiatoren dieser Tagung: Professor Arkadiusz Wudarski und Professor Michael Stürner. Beide Wissenschaftler sind Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung. Professor Arkadiusz Wudarski und Professor Michael Stürner arbeiten bereits seit 15 Jahren zusammen. Ihre gemeinsamen Aktivitäten umfassen Co-Publikationen, gemeinsam organisierte Konferenzen, internationale Fördergelder und Stipendien, gemeinsame Forschungsprojekte und Vorträge. Ihr wissenschaftliches Spezialgebiet ist insbesondere die Privatrechtsvergleichung.
VORLÄUFIGES TAGUNGSPROGRAMM



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